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Große Brennessel - Urtica dioca
Familie: Nesselgewächse / Urticaceae;
Andere Namen: Große Brennessel, Hanfnessel, Donnernessel, Sausenessel, Senznessel, Nettel;
Botanik / Bestimmungshilfe:
Wuchs: 0,3-1,5m hohe Staude mit Brennhaaren, Ausdauernder kriechender Wurzelstock;
Stängel: vierkantig;
Batt: eiförmig-länglich, gesägt, gegenständig, länger als ihre Stiele;
Blüten: grün, mit gelbgrünen Staubbeuteln, Kätzchenähnlich / hängende Rispen in den Blattachsen, männliche und weibliche blüten auf verschiedenen Pflanzen;
Blütezeit: Juni-Oktober;
Standort: Auwälder, Unkrautfluren, Nährstoffreiche Krautfluren;
Verbreitung: Häufig in Deutschland und Mitteleuropa;
(Wagner u. Garcke 1882; Blamey et all 1974)
Wildgemüse / Genuss oder Nahrungsmitttel:
Sammeln: Blätter vorzugsweise April bis Oktober; junge Pflanzen ganz von März bis November; Samen von August bis Oktober; noch grüne Samen von Juli bis August; Blüten;
Verwendung: Eines der schmackhaftesten Wildgemüse, eignet sich als Hauptbestandteil von
Mischsalaten. Um ein Brennen im Mund zu vermeiden, sollten die Pflanzen vor
dem Verzehr gründlich durchgewalgt werden;
Weiter können die Blätter zu Spinat oder Gemüsebrühe gekocht werden;
Getrocknet und gerieben können die Blätter zur Aufwertung von verschiedenen Gerichten;
Besonders gut passt die Brennessel als Beigabe zu
Ausbackteig, Omlett, Rührei, Quiche, Kräutersauce, Kräuterbutter;
Samen als Trockengewürz;
Die noch grünen Samen als Brotbeilage oder geröstet;
Blüten sind u.a. roh als Salatbeigabe;
Abgekochte und in reichlich Salz eingelegte Blätter können als Gerinnungsmittel für Milch, beispielsweise zur Käseherstellung verwendet werden;
Ähnlich: Kleine Brennessel (Urtica urens), einhäusig, einjährig und nur bis 30cm hoch und andere Arten sind analog verwendbar;
Tipp: Brennesseln im Kompst beschleunigen und fördern die Verrottung.
(Heiss 1980; Fleischhauer 2003; Schönichen 1947; Loch 1993; Rau 1994; Mayer 1999; Pahlow 1986; Krach 1986; Scnelle 1999; Pahlow 1997; Findeis 1947)
Heilpflanze:
Sammeln: Wurzeln von Semptember bis Oktober; Blätter und Blüten von Mai bis September;
Zubereitung: Wurzel leichte Abkochung, Kraut heißer Aufguß, Preßsaft;
Anwendung (innerlich): Bei Blasenleiden, Blutungen aller Art, Hautleiden, Gicht, Rheuma und Blutungen;
Die Milchbildung stillender Mütter verstärkende und Imunsystem anregend;
Anwendung (äußerlich): Als Zusatz im Badewasser bei Hautauschlägen;
Bei Halsverschleimung zum Gurgeln;
Haarausfall;
(Heiss 1980)
Hauptwirkstoffe:
Lezithin, Histamin, Karotin, Wachs, Schleim, Gummi, Stärke, organische Säuren, Vitamin A, B, C, Kieselsäure, Eisen, Phosphor, Chlor, Kalzium, Kalium, Natrium, Magnesium, Schwefel;
(Heiss 1980)